Alle Jahre wieder oder Die Eskalation der Besinnlichkeit

 

30. November 2001, von Matthias S. aus J.

 

Montag, 11. September:

Schönster Altweibersommer - Noch einmal Menschen in T-Shirt und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Hauptstraße. Dann plötzlich um 10:47 Uhr kommt der Befehl von Aldi- Geschäftsführer Erich B.: "Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!" Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert Minimal- Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.

 

15:07 Uhr:

Edeka- Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.

 

16:02 Uhr:

Die Filialen von Penny und Extra bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 16. September. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.

 

Dienstag; 12. September: 07:30 Uhr:

Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen. Immerhin haben jetzt auch Karstadt, C&A und Real den Ernst der Lage erkannt.

 

Mittwoch; 13. September: 09:00 Uhr:

Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse.

 

09:12 Uhr:

Minimal kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.

 

10:05 Uhr:

Bei Karstadt verirren sich dutzende Kunden in einem Wald von Weihnachtsbäumen.

 

12:00 Uhr:

Neue Dienstanweisung bei Extra: An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein "Frohes Fest" gewünscht. Die Schlemmerabteilung von Real kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an.

 

Donnerstag; 14. September: 07:00 Uhr:

Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.

 

08:00 Uhr:

In einer eilig einberufenen Krisensitzung fordert der aufgebrachte Penny- Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark: "Weihnachten bis zum Äußersten" und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD: "Weihnachten mit Mireille Matthieu" über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.

 

Freitag; 15. September: 08:00 Uhr:

Anwohner der Hauptstraße versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung die nun von Karstadt angedrohte Musikoffensive "Heiligabend mit den Flippers" zu stoppen.

 

09:14 Uhr:

Ein Aldi- Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor "Adveniat", der gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.

 

09:30 Uhr:

Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.

 

18:00 Uhr:

In der Stadt kommt es kurzfristig zu ersten Engpässen in der Stromversorgung als der von Tengelmann beauftragte Rentner Erwin Z. mit seinem Flak- Scheinwerfer Marke "Varta Volkssturm" den Stern von Bethlehem an den Himmel zeichnet.

 

Sonnabend; 16. September:

Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend aggressiver.

 

10:37 Uhr:

Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Minimal-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos.

 

12:00 Uhr:

Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und Minimal die Einkaufszone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an. Umsonst!

 

14:30 Uhr:

Teile des Stadtbezirks sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen: Menschen wie Du und ich, die nur mal in der schönen Herbstsonne bummeln wollten.

 

In diesem Sinne: Frohes Fest !!

 

 


Physikprüfung Uni Kopenhagen

 

30. Mai 2001, von Ralph B. aus M.

 

Das folgende war wirklich eine Frage, die an einer Physikprüfung, an der Universität von Kopenhagen, gestellt wurde:

 

Beschreiben Sie, wie man die Höhe eines Wolkenkratzers mit einem Barometer feststellt.

 

Ein Kursteilnehmer antwortete:

 

Sie binden ein langes Stück Schnur an den Ansatz des Barometers, senken dann das Barometer vom Dach des Wolkenkratzers zum Boden. Die Länge der Schnur plus die Länge des Barometers entspricht der Höhe des Gebäudes.

 

Diese in hohem Grade originelle Antwort entrüstete den Prüfer dermassen, daß der Kursteilnehmer sofort entlassen wurde. Er appellierte an seine Grundrechte, mit der Begründung dass seine Antwort unbestreitbar korrekt war, und die Universität ernannte einen unabhängigen Schiedsrichter, um den Fall zu entscheiden. Der Schiedsrichter urteilte, dass die Antwort in der Tat korrekt war, aber kein wahrnehmbares Wissen von Physik zeige.

 

Um das Problem zu lösen, wurde entschieden den Kursteilnehmer nochmals herein zu bitten und ihm sechs Minuten zuzugestehen, in denen er eine mündliche Antwort geben konnte, die mindestens eine minimale Vertrautheit mit den Grundprinzipien von Physik zeigte.

 

Für fünf Minuten saß der Kursteilnehmer still, den Kopf nach vorne, in Gedanken versunken. Der Schiedsrichter erinnerte ihn, dass die Zeit lief, worauf der Kursteilnehmer antwortete, dass er einige extrem relevante Antworten hatte, aber sich nicht entscheiden könnte, welche er verwenden sollte. Als ihm geraten wurde, sich zu beeilen, antwortete er wie folgt:

 

"Erstens könnten Sie das Barometer bis zum Dach des Wolkenkratzers nehmen, es über den Rand fallen lassen und die Zeit messen die es braucht, um den Boden zu erreichen. Die Höhe des Gebäudes kann mit der Formel h=0.5g x t im Quadrat berechnet werden. Der Barometer wäre allerdings dahin!

 

Oder, falls die Sonne scheint, könnten Sie die Höhe des Barometers messen, es hochstellen und die Länge seines Schattens messen. Dann messen Sie die Länge des Schattens des Wolkenkratzers, anschliessend ist es eine einfache Sache, anhand der proportionalen Arithmetik die Höhe des Wolkenkratzers zu berechnen.

 

Wenn Sie aber in einem hohem Grade wissenschaftlich sein wollten, könnten Sie ein kurzes Stück Schnur an das Barometer binden und es schwingen lassen wie ein Pendel, zuerst auf dem Boden und dann auf dem Dach des Wolkenkratzers. Die Höhe entspricht der Abweichung der gravitationalen Wiederherstellungskraft T=2pi im Quadrat (l/g).

 

Oder, wenn der Wolkenkratzer eine äußere Nottreppe besitzt, würde es am einfachsten gehen da hinauf zu steigen, die Höhe des Wolkenkratzers in Barometerlängen abzuhaken und oben zusammenzählen.

 

Wenn Sie aber bloß eine langweilige und orthodoxe Lösung wünschen, dann können Sie selbstverständlich den Barometer benutzen, um den Luftdruck auf dem Dach des Wolkenkratzers und auf dem Grund zu messen und der Unterschied bezüglich der Millibare umzuwandeln, um die Höhe des Gebäudes zu berechnen.

 

Aber, da wir ständig aufgefordert werden die Unabhängigkeit des Verstandes zu üben und wissenschaftliche Methoden anzuwenden, würde es ohne Zweifel viel einfacher sein, an der Tür des Hausmeisters zu klopfen und ihm zu sagen: Wenn Sie einen netten neuen Barometer möchten, gebe ich Ihnen dieses hier, vorausgesetzt Sie sagen mir die Höhe dieses Wolkenkratzers.<<"

 

Der Kursteilnehmer war Niels Bohr, der erste Däne der überhaupt den Nobelpreis für Physik gewann.

 

 


Ölwechsel

 

27. Mai 2001, von Steffi S. aus J.

 

Frauen:

1.In die Werkstatt fahren, spätestens 15.000 km nach dem letzten Ölwechsel

2.Kaffee trinken

3.nach 15 Minuten Scheck ausstellen und mit ordentlich gewartetem Fahrzeug Werkstatt verlassen.

 

Ausgaben: Ölwechsel 50 DM, Kaffee 1 DM

Gesamt: 51 DM

 

Männer:

1.Ins Zubehörgeschäft fahren, 70 DM für Öl, Filter, Ölbinder, Reinigungscreme und einen Duftbaum ausgeben

2.Entdecken, dass Behälter für Altöl voll ist. Anstatt ihn zur Tankstelle zu bringen, Öl in Loch im Garten schütten

3.Eine Dose Bier öffnen und trinken

4.Fahrzeug aufbocken. Vorher 30 Minuten lang dafür Klötze suchen

5.Klötze unter Sohnemann´s Tretauto finden

6.Vor lauter Frust eine Dose Bier öffnen

7.Ablasswanne unter Motor schieben

8.16er Schraubenschlüssel suchen

9.Aufgeben und verstellbaren Schraubenschlüssel verwenden

10.Ablassschraube lösen

11.Ablassschraube in Wanne mit heißem Öl werfen. Sich dabei mit heissem Öl beschmieren

12.Sauerei aufputzen

13.Bei einem weiteren Bier beobachten, wie das Öl abläuft

14.Ölfilterzange suchen

15.Aufgeben. Ölfilter mit Schraubenzieher einstechen und abschrauben

16.Bier

17.Kumpel taucht auf. Bierkiste mit ihm zusammen leeren. Ölwechsel morgen beenden

18.Nächster Tag: Ölwanne voll mit Altöl unter dem Fahrzeug vorziehen

19.Bindemittel auf Öl streuen, das während Schritt 18) verschüttet wurde

20.Bier ? -Nein, war ja gestern betrunken

21.Zum Getränkemarkt gehen und Bier kaufen

22.Neuen Ölfilter einbauen, dabei dünnen Ölfilm auf die Ölfilterdichtung aufbringen

23.Ersten Liter Öl in den Motor einfüllen

24.Sich an die Ablassschraube aus Schritt 11) erinnern

25.Schnell die Schraube in der Ablasswanne suchen 26.Sich erinnern, dass Altöl zusammen mit der Schraube im Garten entsorgt wurde

27.Bier trinken

28.Loch wieder ausheben, nach der Schraube suchen

29.Den ersten Liter frischen Öls auf dem Boden der Garage wieder finden

30.Bier trinken

31.Beim Anziehen der Ablassschraube mit dem Schraubenschlüssel abrutschen, die Fingerknöchel an der Karosserie anschlagen

32.Kopf auf die Bodenfliesen schlagen, als Reaktion auf Schritt 31)

33.Mit wüsten Flüchen beginnen

34.Schraubenschlüssel wegschleudern

35.Weitere 10 Minuten fluchen, weil der Schraubenschlüssel, die an der Wand angepinnte „Miss Dezember“ in die linke Brust getroffen hat

36.Bier trinken

37.Hände und Stirn reinigen und vorschriftsmäßig verbinden um den Blutfluss zu stoppen

38.Bier trinken

39.Bier trinken

40.Vier Liter frisches Öl einfüllen

41.Bier trinken

42.Auto von Böcken ablassen

43.Einen der Klötze kaputt machen

44.Fahrzeug zurücksetzen danach Bindemittel auf das in Schritt 23) verschüttete Öl streuen

45.Bier trinken

46.Probefahrt

47.Auf die Seite gewinkt und wegen Fahrens unter Alkoholeinfluß verhaftet werden

48.Fahrzeug wird abgeschleppt

49.Kaution stellen, Fahrzeug vom Polizeihof abholen

 

Ausgaben: Teile 70 DM, Anzeige wegen Trunkenheitsfahrt 200 DM, Abschleppkosten 100 DM, Kaution 200 DM, Bier 30 DM

Gesamt: 600 DM

 

 


Peinliche Bohnen

 

07. März 2001, von Matthias S. aus J.

 

Es war einmal ein Mann, der unheimlich gern gekochte Bohnen aß. Er liebte sie, aber leider hatten sie immer so eine unangenehme und irgendwie "lebendige" Wirkung bei ihm. Eines Tages lernte er ein Mädchen kennen und verliebte sich in sie. Als sie dann später heiraten wollten, dachte er sich: "Sie wird mich niemals heiraten, wenn ich nicht damit aufhöre." Also zog er einen Schlußstrich und gab die Liebe zu den Bohnen auf.

 

Kurz nach der Hochzeit, auf dem Heimweg, ging sein Auto plötzlich kaputt und weil sie weit draußen auf dem Land wohnten, rief er seine Frau an und sagte, daß er später komme, weil er laufen müßte. Als er dann so lief, kam er an ein Gasthaus, aus dem der unwiderstehliche Geruch von heißen Bohnen strömte. Weil er ja nun noch einige Meter zu laufen hatte, dachte er sich, daß die Wirkung der Bohnen bis nach Hause nachgelassen haben dürfte. Also ging er in das Gasthaus, und bestellte sich drei extra große Portionen Bohnen.Auf dem Heimweg furzte er ununterbrochen.

 

Als er dann schließlich daheim ankam, fühlte er sich ziemlich sicher. Seine Frau erwartete ihn schon und wirkte ziemlich aufgeregt. "Liebling, ich habe für dich die beste Überraschung zum Abendessen vorbereitet!" und band ihm ein Tuch vor die Augen. Dann führte sie ihn zu seinem Stuhl und er mußte versprechen, nicht zu spicken. Plötzlich spürte er, wie sich langsam und unaufhaltsam ein gigantischer Furz in seinem Darm bildete. Glücklicherweise klingelte genau in diesem Moment das Telefon und seine Frau bat ihn, doch noch einen Moment zu warten.

 

Als sie gegangen war, nütze er die Gelegenheit. Er verlagerte sein Gewicht auf das linke Bein und ließ es krachen. Es war nicht nur laut, sondern roch auch wie verfaulte Eier. Er konnte kaum noch atmen. Er ertastete sich seine Serviette und fächerte sich damit Luft zu. Er hatte sich kaum erholt, als sich eine zweite Katastrophe anbahnte. Wieder hob er sein Bein und fffffffrrrrrrrrrrrtttttttttt! Es hörte sich an wie ein startender Dieselmotor und roch noch schlimmer. Um nicht zu ersticken, fuchtelte er wild mit den Armen, in der Hoffnung, der Gestank würde sich verziehen. Als sich wieder alles etwas beruhigt hatte, spürte auch schon erneut ein Unheil heraufziehen. Diesmal hob er sein anderes Bein und ließ den heißen, feuchten Dampf ab. Dieser Furz hätte einen Orden verdient! Die Fenster wackelten, das Geschirr auf dem Tisch klapperte und eine Minute später waren alle Blumen tot. Das ging die nächsten 10 Minuten so weiter und immer wieder lauschte er, ob seine Frau noch am Telefon sprach.

 

Als er dann hörte, wie der Hörer aufgelegt wurde (was auch gleichzeitig das Ende seiner Einsamkeit und Freiheit bedeutete), legte er fein säuberlich die Serviette auf den Tisch und legte seine Hände darauf. So zufrieden lächelnd, war er ein Sinnbild für die Unschuld, als seine Frau zurückkam. Sie entschuldigte sich, daß es so lang gedauert hatte und wollte wissen, ob er auch ja nicht gespickt hatte. Nachdem er ihr versichert hatte, daß er nicht gespickt hatte, entfernte sie die Augenbinde und rief: "Überraschung!!"

 

Zu seinem Entsetzen mußte er feststellen, daß am Tisch noch zwölf Gäste saßen, die ihn entgeistert anstarrten.....



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